Geldanlage für Einsteiger: Der einfache Weg zum ersten Portfolio

Der erste Schritt ist immer der schwierigste: Wie gestalte ich mein Depot? Gerade am Anfang, wenn man die Geldanlage in die eigenen Hände nimmt, sind die Fragezeichen groß. Du wirst jedoch in diesem Beitrag sehen, dass die Geldanlage für Einsteiger auch ganz einfach sein kann.

Bestimme deine Risikoverteilung

Vorab eine kurze Definition von “Portfolio” im Bereich Finanzen: dein Portfolio setzt sich zusammen aus deinen Wertpapieren (Aktien, ETFs etc.) und anderen Geldanlagen. Dein Portfolio sollte aus zwei Teilen bestehen, die du noch vor deinem ersten Investment definierst: ein risikobehafteter und ein risikoarmer Teil.

Der risikobehaftete Teil ist gekennzeichnet durch

·       höhere Kursschwankungen

·       Risiko hoher temporärer Verluste

·       eine höhere erwartete Rendite.

Risikobehaftete Anlageklassen sind z.B. Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle oder Immobilien.

Der risikoarme Teil ist

·       schwankungsarm

·       die erwartete Rendite ist niedrig (bzw. zur derzeitigen Nullzinsphase nicht vorhanden)

·       nicht komplett risikofrei.

Beispiele für risikoarme Geldanlagen sind Anleihen oder Tagesgeld.

Geldanlage für Einsteiger: Es ist gar nicht so kompliziert

Im ersten Schritt wirst du IMMER folgende Predigt von mir hören: du brauchst einen Notgroschen. Dieser ist für jegliche Notfälle gedacht, sodass du nicht deine Wertpapiere verkaufen musst bei Engpässen. Deinen Notgroschen sparst du dir am besten auf einem separaten Tagesgeldkonto an (dann kommst du erst gar nicht in Versuchung an das Geld ranzugehen).

Der zweite Schritt des Einstiegs: Ein ETF auf den MSCI World genügt zur Geldanlage eines Privatinvestors vollkommen. Mit diesen beiden Bestandteilen (Tagesgeldkonto mit dem Notgroschen & dein Depot mit dem ETF) hast du schon alles, was du brauchst.

Durch unterschiedliche Gewichtung dieser beiden Bestandteile lassen sich problemlos verschiedene Anlagestrategien abbilden – je nach individueller Risikobereitschaft.

Eine spätere Erweiterung des Portfolios (z.B. Ergänzung des Aktienanteils um einen „Emerging Markets“ ETF(Schwellenländer)) ist jederzeit möglich.

Der Einstieg ist schnell gemacht

Egal ob du mit manuellen Käufen oder mit monatlichen Sparplänen arbeiten möchtest: Alles, was du für den Einstieg brauchst, ist

Beides lässt sich online schnell einrichten. Zur Identifizierung musst du noch nicht mal mehr zur Post gehen, alles lässt sich gemütlich per Video-Ident zu Hause verifizieren.

Das wichtigste: Anfangen!

Versuche deine Angst vor Fehlern oder mangelnde Zeit / Interesse, sich mit dem Thema „Geldanlage“ und „Vermögensaufbau“ zu beschäftigen hinter dir zu lassen: Zu häufig bleiben größere Beträge einfach auf dem Girokonto liegen.

Das Problem: Wer bei niedrigen bzw. gar nicht vorhandenen Zinsen das Geld einfach auf seinem Girokonto „versauern“ lässt, verliert durch die Inflation jedes Jahr Geld. Das bedeutet, dass du Jahr für Jahr weniger Waren für das gleiche Geld bekommst. Hierfür ist das beste Beispiel ist wohl die Kugel Eis. Damals hat die Kugel nur 50 Cent gekostet hat, und nun über 1€. Dies sollte dir zu denken geben.

Geldanlage für Einsteiger: 2 Bestandteile sind ausreichend für den Vermögensaufbau

Für die Geldanlage reichen zwei Bestandteile in deinem Portfolio aus: Einer für die Rendite (risikobehafteter Teil) und einer für die Sicherheit (risikoarmer Teil).

Den risikobehafteten Teil, der für deine Rendite zuständig ist, kannst du am leichtesten und zuverlässigsten über einen ETF auf den MSCI World abbilden. Hierzu bietet sich ein Sparplan an: hier wird wie bei einem Lastschrifteinzug automatisch eine gewisse von dir definierte Summe monatlich abgebucht. Bei der TradeRepublic* & der Consorbank* sind Sparpläne ab 25€ monatlich bereits möglich.

Den risikoarmen Teil, der für die Sicherheit in deinem Portfolio zuständig ist, kannst du am leichtesten mit einem Tagesgeldkonto darstellen. In vielen Finanzbüchern ist auch von Anleihen die Rede, wenn es um den risikoarmen Teil geht. Da aber solche Anleihen aktuell keine spürbaren Zinsen abwerfen, noch komplett risikofrei sind, ist aus meiner Sicht ein Tagesgeldkonto die bessere Wahl. Dieses bringt zwar auch so gut wie keine Zinsen ein, aber ist zumindest wirklich risokoarm – zumindest bis 100.000 EUR, wenn es der deutschen Einlagensicherung unterliegt.

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Wie die Risikoverteilung aussehen kann

Je nach persönlicher Risikobereitschaft kannst du ein defensives, ausgewogenes oder offensives Portfolio gestalten. Je risikobereiter du bist, desto höher ist der Aktien- bzw. ETF-Anteil.

Wenn du eher zurückhaltend bist und ein hohes Sicherheitsbedürfnis hast, wählst du ein defensives Portfolio (30% Aktien, 70% Zinsanlagen).

Wenn du etwas Risiko bereiter bist, kannst du dein Portfolio ausgewogen gestalten (50% Aktien, 50% Zinsanlagen).

Und wer bereit ist, für eine langfristig attraktive Rendite noch mehr Risiko einzugehen, für den ist das offensive Portfolio (75% Aktien, 25% Zinsanlagen) das richtige.

Du kannst deine Verteilung natürlich jeder Zeit umschichten, wenn du mit deiner derzeitigen Risikoverteilung nicht glücklich bist. Ich würde nur versuchen, dass nicht über Aktien-/ETF-Verkäufe zu machen.

Ganz allgemein gilt: Keine Rendite ohne Risiko.

Bei einer Anlage in Aktien / ETFs solltest du einen langfristigen Anlagehorizont (mindestens 8 – 10 Jahre, besser noch länger) haben. Denn dann hast du die Gelegenheit, zwischenzeitliche Kursschwankungen einfach „auszusitzen“. Die Corona-Krise zurzeit ist das beste Beispiel: die Aktienmärkte sind hier in kürzester Zeit stark gefallen, weshalb ein langer Anlagehorizont & eine gute Risikoverteilung wichtig sind. Wer jetzt gezwungen war aus Geldmangel Aktien/ETFs zu verkaufen, der musste mit größeren Verlusten rechnen. Wenn du jedoch dein Geld systematisch angelegt hast, hast du von dieser Krise sogar noch profitiert, weil du gerade günstig nachkaufen konntest.

Übersicht konkreter ETFs

Bei der Geldanlage für Einsteiger eignet sich ein ETF: Mit einem ETF auf den MSCI World investierst du in rund 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern auf einmal. So kannst du bereits mit kleinen Beträgen (Sparpläne gibt es i.d.R. ab 25 EUR pro Monat) eine ausreichende Streuung deines Aktienanteils erreichen.

Um dir die Suche nach einem ETF zu erleichtern, habe ich beispielhaft einige konkrete ETFs verschiedener Anbieter aufgeführt (keine Anlageempfehlung – du musst selbst nach deinen Präferenzen entscheiden!):

MSCI World ETFs:

  • SPRD MSCI World, WKN: A2N6CW
  • iShares Core MSCI World UCITS ETF, WKN: A0RPWH
  • DB Xtrackers MSCI World, WKN: DBX1MW

MSCI Emerging Markets ETFs:

  • Vanguard FTSE Emerging Markets, WKN: A1JX51
  • Amundi MSCI Emerging Markets, WKN: A2H58J

Die Buy-and-Hold-Strategie

Die einfachste Strategie für Privatanleger, die keine Lust haben sich ständig mit der Geldanlage zu beschäftigen, ist die Buy-and-Hold-Strategie. Im Gegensatz zu aktiven „Tradern“, die sich täglich mit Kursen & Kennzahlen beschäftigen, kannst du entspannt deinen Alltag meistern. Das einzige was du bei dieser Strategie machen musst, ist immer wieder zu überprüfen, ob deine Risiko-Gewichtung noch deinen Vorgaben entspricht, und ob du deine Sparquote nicht vielleicht noch erhöhen kannst.

Krisen kannst du hierbei einfach ignorieren und weiter (breit gestreut) investieren.

Wie ein berühmter Investor einst gesagt hat: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ (Kostolany)

Rebalancing: So bleibt dein Portfolio im Gleichgewicht

Jetzt bloß nicht vor einem neuen Fachwort erschrecken und weglaufen: du hast es fast geschafft und kannst danach erfolgreich starten. Unter Rebalancing versteht man die Umschichtung von Geldanlagen, um eine ursprünglich vorgenommene Gewichtung von Anlageklassen in einem Wertpapier-Portfolio wiederherzustellen.

Das funktioniert folgendermaßen: am Anfang deiner Geldanlage hast du dich für eine gewisse Risikoverteilung entschieden. Je nach dem wie die Aktien/ETFs sich entwickeln, kann deine aktuelle Verteilung von deinen Vorgaben abweichen.

Rebalancing kann auf zwei Wegen funktionieren:

  1. du verkaufst einen Teil deiner Aktien und stellst so den risikoarmen Teil wieder her.

Oder 2. du setzt deine Aktien-/ETF-Sparpläne für eine gewisse Zeit aus, um so deinen Geld-Anteil zu erhöhen.

Ist dein Geld-Anteil höher als du möchtest ist es natürlich am leichtesten: du kaufst deine Aktien & ETFs nach.

Mein Motto: Einfach anfangen

Wie du siehst ist die Geldanlage für Einsteiger nicht so schwer. Schon mit nur zwei Bausteinen (einem ETF auf den MSCI World und einem Tagesgeldkonto) ist der Anfang gemacht.

Für Einsteiger, die noch kein Geld zurückgelegt haben und einfach (bei langfristigem Anlagehorizont) loslegen wollen, ist ein monatlicher Sparplan die beste und leichteste Lösung (bei mir läuft auch fast alles über Sparpläne).

Ist das Depot eröffnet und der ETF-Sparplan und ein Sparplan auf das Tagesgeldkonto eingerichtet, laufen dein Vermögensaufbau bzw. deine Altersvorsorge quasi automatisch.

Und du kannst dich entspannt zurücklehnen und mit anderen Dingen beschäftigen.

Falls du Hilfe benötigst oder weitere Fragen hast, kannst du gerne eine Coaching-Stunde bei mir buchen, und wir besprechen alle deine Fragen.

Du findest mich übrigens auch bei Instagram & Pinterest. Ich freu mich auf dich!

bild franziska stieber

Ich bin Franzi, unverbesserliche Optimistin, Parmesan-Liebhaberin und deine Lieblings-Finanzmentorin. Ich helfe dir mit viel Spiritualität und Leidenschaft deinen Traumkontostand zu erreichen.

Finanzen mit Franzi, 2020